Alex:

„Follow your own path, no matter what people say!“ (Karl Marx)

Vorneweg sei gleich einmal gesagt, daß ich nicht gerade auf die nächste bayerische Variante eines Gins gewartet habe, und wäre ich nicht so überzeugt von anderen Produkten der Edelbrandmanufaktur Wilhelm Marx, ich hätte anderen gerne den Vortritt bei der Verkostung gelassen …

Schon in der Nase stelle ich fest, daß hier nicht wie andernorts in der Heimat ein Hybrid aus Gin und lokalen Spezialitäten entstanden ist, sondern ein klassischer Gin, der auch den Oldschool Trinker sofort abholt, und den Namen Bayern Dry absolut verdient. Eine klar herausgearbeitete Wachholdernote, Zitrusfrucht sowie das später noch relevante Zitronengras sind eingebettet in eine angenehm milde alkoholische Komponente. Am Gaumen finden sich alle Einzelkomponenten in der Pur- Verkostung ebenso fein und stimmig wieder. Durchaus ein Gin für den Solo Genuß.

In der zweiten Runde folgte die Verkostung als Gin and Tonic. Zur Auswahl standen die klassischen Indian Tonics von Thomas Henry, Fevertree und Fentimans. Der Marx Gin gab durchweg mit allen Tonics ein harmonisches Gesamtbild, wobei sich in unserer Verkostung Fevertree deutlich als favorisierter Partner durchsetzen konnte, da es dem Bayern Dry die beste Bühne bot, seine gesamte Aromatik zu entfalten. Durch die dezente Zurückhaltung des Fevetree im Abgang bleibt der Gin angenehm lang am Gaumen präsent.

Im dritten Flight standen diverse Garnituren zur Debatte. Die empfohlene Variante mit Ingwer, Orangenzeste und Zitronengras fand guten Anklang, allerdings wurde das zusätzliche Zitronengras hier zeitweise als zu dominant empfunden. Bei allen verkosteten Varianten kristallisierte sich sehr stark heraus, daß der Marx Gin am besten mit einer klaren Aromatik harmonisiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob süß-fruchtig oder kräuterig-herb bevorzugt werden.

Hier einmal die besten Variationen unserer Verkostung, wobei die Verzehrempfehlung bewußt ausgenommen wurde:

 

I           Frische Waldbeeren

II          Cacao Bitter & Vanille (für experimentierfreudige auch Chili statt Vanille)

III         Apfel & Orange

IV         Rosa Pfeffer & Rosmarin (auch fein mit etwas Salbei)

V          Birne & Limette

 

Alle Fruchtvarianten werden durch Verwendung von Thomas Henry Indian Tonic in ihrer Süße angenehm unterstützt.

Wie bereits zu Anfang erwähnt begeisterte und beschäftigte mich die Zitronengrasnote sehr und Assoziationen ins asiatische waren nicht weit hergeholt. Meine Freude am Basil Smash der Le Lion Bar in Hamburg gab den letzten Ausschlag für den Marx Basil Twist:

 

6cl                   Marx Gin

10 Blatt                       Thai Basilikum (plus ein Zweig zur Garnitur)

2cl                   frischer Zitronensaft

2cl                   Birnensirup

1                      Eiweiß (kann auch weggelassen werden)

 

Basilikum und Sirup im Shaker muddeln – restliche Zutaten zugeben und kräftig shaken – doppelt in einen Tumbler mit frischem Eis strainen – mit Basilikum garnieren

 

Cheers´n´Oi

Sir – Braves Mädchen Passau